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Krankheitsbilder

Nachfolgend finden Sie verschiedene Krankheitsbilder, die wir im Gefäßzentrum Saar behandeln.
Krankheiten des Gefäßsystems

Das menschliche Blut fließt in den Schlagadern (Arterien – rot) vom Herzen zu den Organen sowie zu der Muskulatur. Das Blut in den Arterien ist reich an Sauerstoff, welcher in den Lungen aufgenommen wurde und für die Funktion der Organe und Muskulatur essentiell ist.

 

In den Venen (blau) fließt das „verbrauchte“ Blut zurück zum Herzen. Das sauerstoffarme Blut wird von dort in die Lungen gepumpt und erneut mit Sauerstoff aufgesättigt. Der Kreislauf beginnt von vorne.

 

Die Arterien und Venen liegen oft nebeneinander im Körper. Oft begleiten sogar zwei Venen eine Arterie.

 

Umgeben sind die Gefäße von Muskulatur und Bindegewebe. Der Aufbau der Arterien und Venen ist prinzipiell gleich, die

Arterien haben jedoch eine dickere Muskelschicht um dem deutlich höheren Blutdruck in den Arterien gerecht zu werden.

 

Der Sauerstoff in den Gefäßen wird von den roten Blutkörperchen, den Erythrozyten transportiert. Diese sind für die rote Farbe des Blutes verantwortlich.

Atherosklerose

Die Atherosklerose (Arterienverkalkung) ist eine Erkrankung der Arterien (Schlagadern) die zu Ablagerungen von Blutfetten und Umbauvorgängen der Gefäßwand führt. Diese können das Gefäß einengen (stenosieren) oder verschließen, so dass die Muskulatur unzureichend mit Blut (Sauerstoff) versorgt wird.

 

 

Der Krankheitsprozess der Atherosklerose verläuft über Jahre bis Jahrzehnte in verschiedenen Stadien.

 

  • Die Risikofaktoren führen zu einer Schädigung des innersten Gefäßschicht (Endothel). Entzündungszellen aus dem Blut wandern in die Gefäßwand und führend zu einer Entzündungsreaktion.
  • Blutfette (Lipide) werden in der Entzündungsregion eingelagert, wodurch eine Verdickung der Gefäßwand (Plaque) entsteht.
  • Die Entzündung führt im weiteren Verlauf zu einer Vermehrung / Vergrößerung der Gefäßwandzellen. Die Einengung (Stenose) nimmt zu.Die Plaque kann durch verschiedene Ursachen aufreißen, wodurch sich Blutzellen anlagern (Thrombus) und das Gefäß verschließen können.

 

Risikofaktoren

Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung der Atherosklerose sind:

 

Rauchen – Bluthochdruck (Hypertonie) – Diabetes – Cholesterinerhöhung (Hyperlipoproteinämie) – familiäre Veranlagung

 

Manifestation der Atherosklerose

Die Atherosklerose, die Hauptursache für die Schaufensterkrankheit (pAVK – periphere arterielle Verschlußkrankheit) ist eine generalisierte Erkrankung. Das heißt, dass bei mindestens der Hälfte der Patienten nicht nur die Beingefäße, sondern auch andere Gefäßregionen betroffen sein können. Klicken Sie mögliche Gefäßregionen, die von der Atherosklerose betroffen sein können.

 

 

Schlaganfall

 

Die Verengung (Stenose) der Halsschlagader (Arteria carotis) ist eine der Hauptursachen für den Schlaganfall

   

Herzinfarkt

 

Die Verengung (Stenose) der Herzkrankzgefäße (Koronararterien) für zu Brustenge (Angina pectoris) oder im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt).
   

Niere

 

Verengungen der Nierenarterien sind eine mögliche Ursache für Bluthochdruck und können zu einem Funktionsverlust der Nieren führen.

   

Bauchaortenaneurysma

 

Ein Aneurysma (griechisch: Erweiterung) der Bauchschlagader (Aorta) kann zu lebensbedrohlichen Blutungen im Bauchraum führen.

 
   

pAVK

 

Die periphere arterielle Verschlußkrankheit (pAVK – Schaufensterkrankheit) entspricht der Manifestation der Atherosklerose an den Becken-/ Beingefäßen. Typisch sind die belastungsabhängigen Beschwerden (Claudicatio).

pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit)
Die pAVK, die periphere arterielle Verschlusskrankheit, ist die Manifestation der Atherosklerose an den extremitätenversorgenden Arterien (Schlagadern).

Etwa jeder fünfte Bürger in den westlichen Industrieländern ist betroffen, bei älteren (>75 Jahre) ist die Häufigkeit der Erkrankung noch deutlich höher.

 

Die Einteilung der pAVK erfolgt anhand der Lokalisation der Stenosen (Engstellen) in einen Becken-/Oberschenkel-/Unterschenkel- oder Mehretagentyp.

 

Die symptomatische Einteilung der pAVK erfolgt nach Fontaine in vier unterschiedliche Stadien. 

 

Stadium I:

keine Beschwerden, Nachweis einer Atherosklerose in den Becken-/Beingefäßen

Stadium II:

Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) Schmerzen im Bein ab einer Gehstrecke von

>200m – Stadium IIa

<200m – Stadium IIb

Stadium III: Schmerzen in den Beinen in Ruhe
Stadium IV: Nekrosen/Ulzerationen der Beine (Gewebsdefekte)

 

Symptome

Die meisten Patienten (20-50%) mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit haben keine Beschwerden (Stadium I).

 

Die typischen Beschwerden, die Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens), also Schmerzen in den Beinen nach Belastung, haben etwa 10-35% der Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Etwa ein Drittel der Patienten können jedoch auch untypische Beschwerden haben (z.B. Schmerzen im Lendenwirbelbereich).

 

Die fortgeschrittenen Stadien mit Schmerzen in Ruhe bzw. bereits vorhandenen Gewebsdefekten sind seltener (1-3%).

 

Weitere typische Symptome sind:

Kälte und/oder Blässe der Beine oder Füße. Vor allem Unterschiede zwischen dem linken und dem rechten Bein sollten abgeklärt werden.

 

Diagnostik

Die Diagnostik der pAVK erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den ambulant behandelnden Hausärzten, Internisten und Angiologen.

 

Im Gefäßzentrum-Saar erfolgt die weitergehende Diagnostik interdisziplinär durch die Abteilungen für Gefächirurgie, Kardiologie, interventionelle Kardiologie und Angiologie sowie die Radiologie.

 

Die initiale Diagnostik der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit umfasst:

•die Erhebung der Beschwerden

•das Vorliegen möglicher Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen

•eine gründliche körperliche Untersuchung des Patienten

 

Darüber hinaus erfolgt die Blutdruckmessung an den Oberarmen und den Beinen. Hierdurch kann der Knöchel-Arm-Index (ABI) bestimmt werden, der bereits bei vielen Patienten einen wichtigen Hinweis auf das Vorliegen möglicher Engstellen

der Beinarterien geben kann.

 

Diese Untersuchung ist einfach durchführbar und weitgehend schmerzfrei.

 

Ein deutlich niedrigerer Blutdruck an den Beinen (ABI <0.9) weist auf eine relevante Engstelle der Beinarterien hin. Bei Diabetikern können auch deutlich erhöhte Blutdruckwerte an den Beinen (ABI >1.3) auf eine relevante periphere arterielle Verschlusskrankheit hindeuten.

 

Duplexsonographie

Die Duplexsonographie ist ein Ultraschallverfahren mit dem mögliche Engstellen im Bereich der Beingefäße sehr gut dargestellt werden können. Im Gegensatz zu allen anderen Verfahren wird die Ausprägung der Engstelle aufgrund der Fließeigenschaften des Blutes dargestellt.

 

Vorteile:

  • keine Strahlenbelastung
  • schmerzfrei
  • schnell verfügbar
  • kurze Untersuchungszeit

 

Nachteile:

  • stark untersucherabhängig
  • keine Übersicht möglich
  • Beckenbereich oft unzureichend Beurteilbar

 

Neuere Ultraschallmethoden ermöglichen eine sehr detaillierte Darstellung der Gefäßwand und somit der Atherosklerose.

 

Kernspinangiographie – CT-Angiographie

Die Kernspinangiographie, wie auch die CT-Angiographie bieten einen sehr guten Überblick über die Becken-/Beingefäße. Relevante Engstellen der Gefäße (Stenosen) können mit sehr hoher Sicherheit erkannt werden.

 

Kernspinangiographie:

 

Vorteile:

  • keine Strahlenbelastung
  • schmerzfrei

 

Nachteile:

  • relativ lange Untersuchungsdauer
  • bei Patienten mit Herzschrittmacher oder Prothesen nur bedingt möglich

 

CT-Angiographie:

 

Vorteile:

  • kurze Untersuchungsdauer
  • schnell verfügbar 

Nachteile:

  • Strahlenbelastung durch Röntgen-Strahlen

Digitale-Subtraktionsangiographie (DSA)

Die Darstellung der Gefäße mittels Digitaler-Subtraktionsangiographie erfolgt direkt in der Arterie (Schlagader) mittels Kontrastmittel. Diese Methode ist invasiv und hat daher ein höhere Komplikationsrate. Wir führend die Angiographie nur bei zuvor unklaren Befunden durch, oder wenn eine Gefäßengstelle (Stenose) interventionell, d. h. mittels Ballonkatheter behandelt werden soll.

 

Vorteile:

  • genaueste Methode
  • Therapie/Beseitigung der Stenosen möglich 

Nachteile:

  • invasiv
  • Strahlenbelastung

Therapie (allgemein)

Die Atherosklerose ist eine fortschreitende Erkrankung, die nicht rückgängig gemacht werden kann. Die Therapie verbessert die Symptome und kann bestenfalls das Fortschreiten der Atherosklerose verhindern.

 

Bei allen Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit steht die Einstellung der Risikofaktoren an erster Stelle.

 

Das bedeutet:

  • Optimale Blutdruckeinstellung
  • Blutzuckereinstellung
  • Cholesterinsenkung
  • Einstellen des Nikotinkonsums
  • Regelmäßige körperliche Belastung 

Die Einstellung der Risikofaktoren erfolgt in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt/Internisten/Angiologen interdisziplinär gemäß den aktuellsten nationalen und internationalen Leitlinien. Hierdurch kann effektiv die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes, Schlaganfalles oder einer limitierenden pAVK gesenkt werden.

 

Stadiengerechte Therapie der pAVK

Neben der Einstellung der Risikofaktoren erfolgt eine stadiengerechte Therapie der Patienten. Das bedeutet, dass abhängig von der vorliegenden Symptomatik und den Begleiterkrankungen interdisziplinär ein individuelles Therapiekonzept entwickelt und durchgeführt wird.

 

Patienten ohne Beschwerden

(Stadium I)

  • medikamentöse Therapie 
Patienten mit Beschwerden

bei Belastung

(Stadium IIa/IIb)

  • medikamentöse Therapie
  • Gehtraining (Link zu Broschüre)
  • ggf. interventionelle/chirurgische Therapie

Patienten mit Ruhebeschwerden

oder Gewebsdefekten

(Stadium III/IV)

  • medikamentöse Therapie
  • interventionelle/chirurgische Therapie

 

 

Therapie (interventionell)

Die Entscheidung über eine interventionelle (Katheterbehandlung) oder chirurgische Behandlung erfolgt für jeden Patienten individuell in einer interdisziplinären Konferenz der Abteilung für Gefäßchirurgie und der Abteilung für interventionelle Kardiologie/Angiologie.

 

Katheteruntersuchung

Zu Beginn der Untersuchung wird nach örtlicher Betäubung der Leistenregion ein Zugangsweg in die Schlagader geschaffen.

 

Der Vorschub der Katheter in den Arterien ist schmerzlos, lediglich die Behandlung der Engstellen kann bei einigen Patienten zu einem Druckgefühl in der Schlagader führen.

 

Nach Sondierung der Engstelle (Stenose) erfolgt die Aufdehnung der Stenose mittels Ballonkatheter. In Einzelfällen kann die Platzierung einer Gefäßstütze (Stent) erforderlich sein. Dieser wird mit Hilfe eines Katheter in die Engstelle gebracht und dort freigesetzt. Der Stent verbleibt in der Gefäßwand und wächst dort ein.

 

Darüber hinaus sind alle modernen interventionellen Verfahren im Gefäßzentrum-Saar verfügbar.

 

Hierzu zählen:

  • medikamentenbeschichteter Ballon/Stent
  • Rotablation/Plaque-Exzision
  • Katheterlyseverfahren
  • Embolieprotektionssysteme