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Parkinson

Was ist ein Parkinsonsyndrom?

Unter einem Parkinsonsyndrom bezeichnet man in der Regel eine neurodegenerative Erkrankung, die sich durch verschiedene Symptome bemerkbar macht. Bei der Parkinsonerkrankung kommt es zum langsamen Abbau bestimmter Hirnregionen, die unter anderem auch für die Bewegung zuständig sind. Dadurch kommt es zu einem Ungleichgewicht von Überträgerstoffen im Nervensystem und daraus resultierenden Symptomen. Am bekanntesten sind Zittern (Tremor) der Hände, verminderte Beweglichkeit und langsames Gehen.

 

Jedoch ist eine Parkinsonerkrankung deutlich vielschichtiger, es kann zu Schmerzsyndromen, Antriebsstörungen, Stürzen, Verdauungsstörungen und vielen weiteren Beschwerden kommen. Zudem bestehen Unterformen des Parkinsonsyndroms, bei denen Stürze oder Augenbewegungsstörungen im Vordergrund stehen.

 

Welche Symptome gehören zur Parkinsonkrankheit?

Zu Beginn der Erkrankung bestehen häufig unspezifische Symptome wie Störungen des Geschmacks und Riechsinnes, rasche Müdigkeit, kleiner werdende Schrift, Störungen der Beweglichkeit und des Gehens und orthopädische Beschwerden (Rückenschmerzen oder Schulterschmerzen).

 

Im Verlauf der Erkrankung stehen die Bewegungsstörungen wie eine allgemeine Verlangsamung, Einschränkungen der Feinmotorik, Zittern, erhöhter Muskeltonus und Gangunsicherheit mit Fallneigung im Vordergrund. Hinzu können vegetative Begleitsymptome wie vermehrter Speichelfluss, Schweißausbrüche, Blasenfunktionsstörungen, Schlafstörungen und Störungen der Sexualität auftreten. Im späten Stadium der Erkrankung können neuro-psychiatrische Störungen wie Depressionen, Ängste und Demenz hinzukommen.

 

Wie wird die Diagnose eines Parkinsonsyndroms gestellt?

Die Diagnose wird durch einen Neurologen nach ausführlicher klinischer Untersuchung gestellt. Ergänzend sollten bildgebende Verfahren wie Computer- oder Kernspintomographie (MRT) des Schädels durchgeführt werden. Des Weiteren erfolgen zum Ausschluss anderer Erkrankungen entsprechende Blutuntersuchungen. Bei sehr jung erkrankten Patienten kann eine genetische Untersuchung sinnvoll sein, da ein geringer Anteil der Erkrankten Patienten unter einer erblichen Form der Erkrankung leidet. In wenigen Fällen kann es sinnvoll sein, nuklearmedizinische Untersuchungen durchzuführen.

 

Wie wird das Parkinsonsyndrom behandelt?

Bisher ist eine Heilung der Parkinsonkrankheit nicht möglich. Es gibt jedoch eine Vielzahl langfristiger therapeutischer Maßnahmen, die eine deutliche Linderung der Symptome ermöglichen. Nach der Diagnosestellung sollte die Behandlung frühzeitig erfolgen.

 

Dabei ist das Behandlungsangebot immer den individuellen Bedürfnissen und Lebenssituationen des Patienten anzupassen. Dabei stehen verschiedene, gleichsam bedeutende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

 

Medikamentöse Therapie:

Die Basis einer Behandlung des Parkinsonsyndroms stellen moderne Medikamente dar. Diese helfen, die fehlenden Überträgerstoffe im Nervensystem zu ersetzen, oder die Wirkung der verbliebenen Überträgerstoffe zu verlängern. Zudem könne auch weitere Symptome wie Schmerzen, Antriebsstörung oder Schlafstörungen positiv beeinflusst werden.

 

Aktivierende Therapien:

Die Lebensqualität von Menschen mit Parkinsonkrankheit ist maßgeblich durch aktive und aktivierende Therapien aus folgenden Bereichen bestimmt: Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie, Psychotherapie. Nur im Zusammenspiel dieser medikamentösen und nicht-medikamentösen Möglichkeiten kann für die Patienten das optimale Ergebnis erzielt werden.

 

Schwerpunkt Parkinsonsyndrom im CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia:

Ein Schwerpunkt unserer Klinik stellt die Diagnose und Behandlung von Menschen mit Parkinsonsyndromen dar.

 

Bei Wirkungsschwankungen oder Problemen mit der medikamentösen Einstellung bieten wir die Möglichkeit zur Optimierung der medikamentösen Behandlung im Rahmen eines stationären Aufenthaltes an.

Auch bei Patienten mit einem fortgeschrittenen Parkinsonsyndrom und komplexer medikamentöser Therapie existieren weiterführende Behandlungsmöglichkeiten, welche wir anbieten:

  • Behandlung mit Apomorphin:
    Bei Wirkungsschwankungen unter oraler medikamentöser Therapie kann sowohl die Behandlung mittels PEN  (Injektion) als auch eine Pumpentherapie etabliert werden.
  • Duo-Dopa-Therapie:
    Es besteht, nach entsprechender vorheriger Testung, die Möglichkeit eine Sonde in den Dünndarm einzubringen und mittels L-Dopa-Gels zu behandeln. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Klinik für Gastroenterologie.

Zudem kann die Einschätzung zur Behandlung mittels Tiefen-Hirnstimulation bei Parkinsonsyndrom erfolgen. Zur Planung und Implantation besteht eine Zusammenarbeit  mit der neurologischen Universitätsklinik in Homburg/Saar als Zentrum für Bewegungsstörungen.

 

Ergänzend zur medikamentösen Therapie setzen wir im Rahmen eines umfassenden Therapiekonzeptes Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, und spezialisierte Pflege ein. Dabei erfolgen die therapeutischen Angebote spezialisiert in Anlehnung an Konzepte wie LSVT-LOUD und BIG.

 

Gemeinsam mit Ihnen streben wir hierfür die bestmögliche Behandlung aller motorischen und nicht-motorischen Facetten des Krankheitsbildes an.

 

Multimodale Komplexbehandlung

Ein besonderes Angebot unserer Klinik stellt die „Multimodale Komplexbehandlung“ dar. Während einer stationären Behandlung von mindestens 2 Wochen erfolgt die Verbindung zwischen stationärer Krankenhausbehandlung und stationärer Rehabilitation.

 

Dabei erfolgt die Behandlung durch einen intensivierten interdisziplinären  Behandlungsansatz. Dieser ermöglicht Ihnen eine intensive tägliche Behandlung der unterschiedlichen Fachdisziplinen.

Nach Ihrem individuellen Beschwerdebild wird vom Therapeutenteam eine auf Sie zugeschnittene Behandlung durchgeführt, so dass sich unterschiedliche Schwerpunkte aus den Bereichen Logopädie, Ergotherapie, und Physiotherapie ergeben.

 

Parallel wird Ihre medikamentöse Einstellung ärztlich überprüft und je nach Bedarf und nach Rücksprache mit Ihnen angepasst. Die Evaluation erfolgt dann in einer wöchentlichen Besprechung der ärztlichen, therapeutischen und pflegerisch tätigen Mitarbeitern.

 

Die Indikation zur stationären Therapie muss im Vorfeld von einem niedergelassenen Facharzt für Neurologie gestellt werden.