Kliniken & Zentren
Patienten & Besucher
Aktuelles und Veranstaltungen
Ihre Ansprechpartner
Ihr Klinikaufenthalt
Med. Sonderbereiche
Krankenpflege
Seelsorge & Soziale Dienste
Anfahrt
Medien
Jobs & Karriere
Ärzte & Zuweiser

Epilepsie

Was ist ein epileptischer Anfall?

Epileptische Anfälle sind plötzlich auftretende neurologische Symptome, die durch eine Funktionsstörung des Gehirns entstehen. Währenddessen sind sehr viele Nervenzellen im Gehirn synchron aktiv, was zu einer elektrischen Störung und zu einer Unterbrechung der normalen Aktivität führt. Diese sogenannte epileptische Aktivität kann, je nach Anfall, nur bestimmte Bereiche des Gehirns („fokaler Anfall“) oder das komplette Gehirn („generalisierter Anfall“) betreffen. Das Erscheinungsbild des epileptischen Anfalls ist davon abhängig, welche Bereiche des Gehirns währenddessen gestört sind.

 

Was sind Epilepsien?

Epilepsien sind Krankheiten des Gehirns, die mit epileptischen Anfällen einhergehen. Es handelt sich dabei um eine Gruppe unterschiedlicher Erkrankungen, mit verschiedenen Ursachen und Anfallsformen. Um von einer Epilepsie zu sprechen, müssen gewisse Kriterien erfüllt werden. In der Regel wird die Diagnose bei Patienten gestellt, die zwei oder mehr epileptische Anfälle erlitten haben. Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen bereits nach einem erstmaligen epileptischen Anfall die Diagnose gestellt und die Therapie begonnen werden sollte, wenn das eingeschätzte Risiko für weitere Anfälle relevant erhöht ist.

 

Wie häufig sind Epilepsien?

Im Prinzip kann jeder einen epileptischen Anfall erleiden. Schätzungsweise 5% aller Menschen bekommen einen epileptischen Anfall im Laufen ihres Lebens. Glücklicherweise entwickelt jedoch nur etwa ein Zehntel von Ihnen (also ca. 0,5%) eine Epilepsie. Somit ist die Epilepsie nach dem Schlaganfall die häufigste neurologische Erkrankung.

 

Ursachen von epileptischen Anfällen und Epilepsien

Die Ursachen von epileptischen Anfällen und Epilepsien sind sehr vielfältig. In vielen Fällen liegt eine Gehirnschädigung zugrunde, z.B. durch Fehlbildungen, Entzündungen, Durchblutungsstörungen, Verletzungen, Stoffwechselstörungen, Tumoren, u.v.a. Obwohl die Epilepsie generell keine Erbkrankheit ist, gibt es Fälle, bei denen eine erhöhte Bereitschaft zu epileptischen Anfällen vererbar und somit auch angeboren ist. Bei einem relevanten Anteil der Patienten findet man – trotz ausführlicher Abklärung – keine klare Ursache.

 

Abklärung

Eine Abklärung von epileptischen Anfällen ist sehr wichtig. Bereits nach einem erstmaligen Anfall muss man sich zeitnah neurologisch untersuchen und abklären lassen. Einerseits sollte nach einer möglichen Ursache gesucht werden, die eventuell auch andere Probleme verursachen könnte. Andererseits sollte das Risiko für weitere Anfälle eingeschätzt werden und ggf. die Notwendigkeit einer Behandlung besprochen werden.

 

Zu den Untersuchungen gehört eine Kernspintomographie des Gehirns, eine Elektroenzephalographie („Hirnstromableitung“), sowie in manchen Fällen auch eine Untersuchung des Nervenwassers.

 

Bei unklaren Fällen kann (wie auch in unserer Klinik) eine Langzeit-EEG-Ableitung mit Videoaufzeichnung (Video-EEG-Monitoring) durchgeführt werden. Diese Untersuchung ist sinnvoll:

  • Bei Patienten, die anfallsartige Symptome haben, aber bei denen es nicht klar ist, ob es sich um epileptische Anfälle handelt oder nicht.
  • Bei Patienten mit medikamentös nicht gut eingestellter Epilepsie, um die genaue Anfallsform und die Lokalisation der Anfallsaktivität im Gehirn herauszufinden. Dies kann für die weitere Therapie von großer Bedeutung sein.

 

Behandlung

Das Ziel der Behandlung die Vermeidung von weiteren Anfällen, die sog. Anfallsfreiheit. In den meisten Fällen ist ein Medikament erforderlich. Heutzutage stehen uns viele Medikamente gegen epileptische Anfälle zur Verfügung, die in der Regel  gut verträglich sind. Der Großteil der Epilepsiepatienten lässt sich durch eine entsprechend angepasste Medikation sehr gut behandeln. In manchen Fällen, bei denen die Medikation nicht ausreichend wirksam ist, können Neurostimulationsverfahren und vor allem spezielle Gehirnoperationen („Epilepsiechirurgie“) hilfreich und sinnvoll sein.

 

Zusätzlich zur Anfallstherapie ist eine gute Beratung der Patienten sehr wichtig, denn es gibt viele Bereiche, in denen eine Epilepsie und ihre Therapie problematisch sein können, z. B. hinsichtlich der Arbeits- und Fahrtauglichkeit oder im Falle eines Kinderwunsches.

 

Eine stationäre Abklärung ist in den meisten Fällen erforderlich bei: einem erstmaligen Anfall, bei Anfallshäufung, bei unklaren anfallsartigen Ereignissen, bei sehr starken Nebenwirkungen der Medikation oder wenn der Patient trotz zwei oder mehr Medikamenten nicht anfallsfrei wird.

 

Was wir anbieten

Kompetente Abklärung von epileptischen Anfällen und ihren Differentialdiagnosen. Der Chefarzt ist im Besitz des Zertifikats Epileptologie der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie.

 

Ausführliche elektroenzephalographische Abklärung mittels EEG und Video-EEG-Monitoring (Langzeit-EEG). Der Chefarzt ist im Besitz des EEG-Zertifikats der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie.

Detaillierte, auf die Abklärung von epileptischen Anfällen ausgerichtete Bildgebung des Gehirns mittels hochauflösender, modernster 3-Tesla-Kernspintomographie (Radiologie).

 

Beratung hinsichtlich Kinderwunsches, Arbeitsfähigkeit, Fahrtauglichkeit usw. bei Epilepsien oder Verdacht auf eine Epilepsie. Der Chefarzt ist im Besitz der verkehrsmedizinischen Qualifikation.

 

Liquorpunktion (Nervenwasserentnahme), die in manchen Fällen für die Abklärung notwendig ist.

 

Erste Hilfe bei epileptischen Anfällen

 

Wichtig ist: Ruhe bewahren!

 

Den Patienten nicht allein lassen!

 

Verletzungen des Patienten vermeiden (aber: nichts in den Mund stecken und nicht mit Gewalt festhalten!)

 

Den Anfall beobachten und auf die Dauer achten. Medizinische Hilfe sollte angefordert werden, wenn der Anfall 5 Minuten oder mehr andauert oder wenn es zu mehreren Anfällen hintereinander kommt.