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25.02.2026

„Umgang mit Demenz erfordert Team-Arbeit“

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Jeder zehnte Patient über 65 Jahren, der stationär in ein Krankenhaus eingeliefert wird, leidet an einer Demenzerkrankung. Laut einer aktuellen Erhebung der Barmer-Krankenkasse wird diese Zahl auch imSaarland in den kommenden Jahren deutlich steigen. Dies stellt auch die Krankenhäuser vor eine besondere Herausforderung.


Im CaritasKlinikum sind Amelie Dincher und Melanie Bülow als Demenzbeauftragte im Einsatz, um die Abläufe und die Umgebung noch demenzsensibler zu gestalten. „Es sind manchmal kleine Stellschrauben, mit denen man einen großen Unterschied machen kann“, sagen die beiden Pflegefachfrauen. „Sensibilisieren ist das A und O.“


Zudem beteiligt sich das Caritasklinikum am Projekt SEBDem (Sektorenübergreifender Einsatz gewohnter Betreuungskräfte für Demenzkranke). Dabei können Menschen mit Demenz bei einem Krankenhausaufenthalt von ihren vertrauten Betreuungskräften begleitet werden. Es soll erforscht werden, ob dadurch herausfordernde Verhaltensweisen reduziert werden können.


Die Herausforderungen im Umgang mit demenzerkrankten Patienten sind aufgrund der oft komplexen somatischen und psychiatrischen Bedürfnisse vielfältig. „Die Patienten verirren sich in der ungewohnten Umgebung, entfernen sich Venenzugänge, weil sie die Nadel als Fremdkörper empfinden oder stürzen, wenn sie nachts versuchen, allein auf die Toilette zu gehen“, nennt Dr. Karlheinz Schöll, Chefarzt der Klinik für Geriatrie, einige Beispiele. „Wir können am Standort St. Theresia sehr gut auf unsere Erfahrungen beim Aufbau einer demenzsensiblen Station in Dudweiler zurückgreifen. Dabei spielte die Kooperation mit dem iso-Institut und dem Bayerischen Institut für alters- und demenzsensible Architektur eine große Rolle.“


Da Demenz mittlerweile fast alle Bereiche betrifft, ist durch die Etablierung der Hauptabteilung „Akutgeriatrie“ eine konsiliarische Fachexpertise für alle Stationen gewährleistet. Zudem gibt es im CaritasKlinikum regelmäßige Schulungen für die Pflegekräfte, zum Beispiel mit dem Thema „Delir“ oder „Der unruhige Patient im Nachtdienst“. Im Rahmen des Schutzkonzepts für Menschen mit Behinderung, Menschen mit Demenz oder sonstigen kognitiven Einschränkungen und Hochbetagte besteht beispielsweise eine enge Kooperation mit der Zentralen Notaufnahme, sodass Menschen mit Demenz einen verkürzten Aufenthalt haben sollen.


„Wir haben die Herausforderungen dementiell erkrankter Patienten schon seit 2010 mit dem Projekt „Demenz im Krankenhaus“ verstärkt in den Blick genommen und setzen entsprechende Konzepte um, damit wir auch in Zukunft gut vorbereitet sind“, sagt Pflegedirektor Sascha Kropp. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Die Betreuung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus ist eine multiprofessionelle Aufgabe und erfordert eine enge Zusammenarbeit spezialisierter Fachkräfte, um die Belastungen für Patienten und Personal zu minimieren. Also eine echte Team-Arbeit.“