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13.06.2018

Starke Schmerzen – nein, danke

Am 05. Juni 2018 war bundesweiter Aktionstag gegen den Schmerz. Auch die Schmerzklinik des Caritasklinikums Saarbrücken St. Josef Dudweiler nahm diesen Tag zum Anlass und informierte die Bevölkerung über moderne Schmerztherapien und Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Schmerzen.

Schmerzen belasten oft nicht nur den betroffenen Menschen, sondern sie nehmen auch Einfluss auf sein Umfeld und das komplette Leben. Starke Schmerzen müssen jedoch nicht sein. Dank moderner Schmerztherapien kann der größte Teil der Schmerzen auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Das CaritasKlinikum Saarbrücken St. Josef Dudweiler nahm den bundesweiten Aktionstag gegen den Schmerz zum Anlass und informierte die Bevölkerung über moderne Schmerztherapien und Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Schmerzen.

 

„Chronische Schmerzen sind sinnlose Schmerzen“, stellte Markus Heisel, Fachpfleger für Schmerztherapie, Onkologie und Palliativmedizin gleich zu Beginn klar. In seinem ausführlichen Vortrag erklärte Markus Heisel den  chronischen Schmerz, dessen Entstehung und seine möglichen Ursachen. „Chronische Schmerzen führen zu unschönen Begleitsymptomen wie Müdigkeit, schmerzbedingten Depressionen und Isolation. Es ist unser Ziel, dass der Patient  weniger Schmerzen erleidet und dass dieses ewige Teufelsrad unterbrochen wird“, so Markus Heisel vor zahlreichen Zuhören. Genau hier setzt die multimodale Schmerztherapie der Schmerzklinik des CaritasKlinikums in Dudweiler an. „Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen, ein speziell ausgebildetes Pflege-Personal, Schmerzpsychologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten sowie Sozialdienst und Seelsorger plus die gesamte Diagnostik des Hauses räumen uns viele Möglichkeiten ein“, erklärte Schmerzexpertin Dr. Maria Schlicher und stellte das Konzept der Schmerzklinik vor. Durch den engen Austausch der Experten können die einzelnen Therapien noch besser verzahnt und aufeinander abgestimmt werden. Um eine möglichst genaue Diagnose zu erstellen, ist das Kennenlernen des Patienten von immenser Bedeutung. Im Rahmen der Anamnese und Aufnahmeuntersuchung, die ca. 3 Stunden dauern kann, wird mit dem Patienten die Schmerzanalyse nach dem bio-psycho-sozialen Schmerzmodell und das weitere Vorgehen ausführlich besprochen, so Schlicher.

 

Bei chronischen Schmerzen sind neben der physischen Behandlung auch die psychischen und sozialen Aspekte der Betroffenen mit einzubeziehen. Auf eine Schmerztherapie ohne Medikamente schwört Dipl.-Psychologe Charles Kimelman. In einem zweiten Vortrag machte Kimelman, der sich seit dreißig Jahren mit diesem Thema beschäftigt, deutlich, welche Bedeutung psychologische Prozesse sowohl bei der Schmerzchronifizierung als auch in der Schmerztherapie haben. „Viele unserer Schmerzpatienten können an nichts anderes mehr denken, als an ihre Schmerzen. Die Flexibilität der Aufmerksamkeit ist eingerostet. Wir helfen den Patienten, aus diesem Verhalten herauszukommen“, erklärte der Schmerz- und Psychotherapeut. „Wir schwören auf Training. Hypnotherapie bewährt sich bei chronischen Schmerzpatienten seit über zwanzig Jahren. Wenn sich chronische Schmerzpatienten auf ein Training einlassen und sie verändern bestimmte Bedingungen in ihrem Körper, dann verändert sich auch das Schmerzempfinden“, erläuterte Kimelman. „Der Patient kommt in die Mitte unseres Teams“.

 

Was nach den Vorträgen noch offen geblieben war, konnte bei den Schmerzexperten in einem persönlichen Gespräch erfragt werden. Betroffene und Angehörige konnten an diesem Aktionstag feststellen, dass man mit chronischen Schmerzen nicht alleine gelassen wird.

 

Text und Fotos: Silke Frank