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Notfall
24.05.2026

Nach jahrzehntelanger Schmerzhistorie endlich Hilfe

Seit 40 Jahren plagen Dr. K. Fries chronische Schmerzen. In der Schmerzklinik im CaritasKlinikum Saarbrücken wurde ihr nun mit einem multimodalen Ansatz geholfen
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Mit Anfang 20 hatte K. Fries erstmals Rückenschmerzen. Die junge Frau half im elterlichen Betrieb mit, wo es viel körperliche Arbeit zu verrichten gab, und das hinterließ seine Spuren. Auch neue Herausforderungen, die das Studium, die Promotion und der Berufseinstieg mit sich brachten, überlagerten weiterhin die Warnsignale ihres Körpers. Das Berufsleben barg weitere „unbewusste“ Stressfaktoren durch hohe eigene Ansprüche an die Qualität ihrer Forschungsarbeiten. Mit der Familiengründung kamen weitere Belastungsmomente hinzu. Mit vielen sportlichen Aktivitäten versuchte sie hier einen Ausgleich zu finden.


„Immer wieder bin ich zu verschiedenen Ärzten gegangen, aber keiner konnte mir wirklich helfen. Ich erhielt unterschiedliche Diagnosen, aber wurde immer mit ihnen allein gelassen. Oft hatte ich sogar das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Eine problemorientierte Kommunikation zwischen den Einrichtungen fand in der Regel nicht statt. Also habe ich mich irgendwann in mein Schicksal gefügt.“


Es folgten mehrere Bandscheibenvorfälle. Aber K. Fries hatte das Gefühl, für ihre Familie und den anspruchsvollen Job „funktionieren“ zu müssen. „Ich war so gefangen in meinem Hamsterrad, dass ich alles übergangen habe. Es war wie eine Spirale: Ich wurde immer schneller und effektiver und war so getrieben von innerer Hektik. Zum Glück hat mich vor zwei Jahren ein Gespräch mit einer psychologischen Psychotherapeutin dazu gebracht, die eigene Situation, auch hinsichtlich der Schmerzproblematik, kritisch zu hinterfragen.“
Mit Anfang 60 litt sie unter chronischen Rückenschmerzen, multiplen Gelenkschmerzen, Migräne und wiederkehrenden depressiven Episoden. Eher zufällig wurde die Chemikerin auf die Schmerzklinik im CaritasKlinikum Saarbrücken und den multimodalen Therapieansatz aufmerksam. „Chronische Schmerzen haben meist mehr als nur eine Ursache. Körperliche, seelische und soziale Faktoren wirken zusammen und beeinflussen, wie sich der Schmerz im Alltag verfestigt“, erklärt Chefärztin Dr. Maria Schlicher. „Deshalb setzen wir auf ein ganzheitliches Konzept: interdisziplinär, multimodal, individuell und auf die jeweils persönliche Lebenssituation abgestimmt. Unser erfahrenes Team aus verschiedenen Fachärztinnen und Fachärzten, Psychologinnen, Therapeutinnen und Pflegekräften arbeitet eng zusammen, um die Schmerzen aus allen Blickwinkeln zu beleuchten – und gezielt zu behandeln.“ Zehn bis 14 Tage dauert der stationäre Aufenthalt in der Regel.


„Direkt beim Ankommen hat man sich ganz viel Zeit genommen und alles intensiv und in Ruhe besprochen“, erzählt die Patientin. „Das war komplett anders, als alles, was ich bisher im Gesundheitssystem erlebt habe. Es gibt körperliche Untersuchungen, Gespräche mit Psychologen, die Therapeuten und die Pflegefachkräfte sind immer dabei. Es gibt Physiotherapie, Ergotherapie, Aromatherapie, Musiktherapie, Akupunktur – und vor allem tauschen sich alle Disziplinen täglich über einen aus und können aktuell auf Veränderungen reagieren. In zwei Wochen ist hier mehr passiert als in den gesamten 40 Jahren davor.“


Dr. Fries weiß jetzt, dass ein simples Schmerzmittel sie nicht weiterbringen wird. „Ich habe gelernt, dass ich entschleunigen und besser auf mich achtgeben und Dinge für mich selbst beanspruchen muss“, erzählt sie. „Tatsächlich brauche ich kaum Medikamente. Ich muss eine nachhaltige innere Balance finden.“ Aber sie betont auch: „Offensichtlich musste der Leidensdruck erst hoch genug sein. Und für mich musste es ein stationäres Angebot sein, um mal wirklich von den alltäglichen Anforderungen loslassen zu können.“


Am Ende ihres Ausenthalt sind er Schmerzklinik ist sie froh, diesen Schritt gegangen zu sein: „Ich wurde hier so fürsorglich behandelt und mal wirklich ganzheitlich von allen Seiten betrachtet.“ Die Schmerzen sind schon deutlich reduziert, aber K. Fries weiß auch, dass noch ein Weg vor ihr liegt: „Das, was ich hier angefangen habe, muss jetzt zur Gewohnheit werden. Gewisse Dinge in meinem Alltag werden sich ändern müssen – sonst funktioniert es nicht.“

 

Info:
Am 2. Juni findet im CaritasKlinikum Saarbrücken der „Aktionstag gegen den Schmerz statt“. Es gibt viele spannende Vorträge von den Experten der Schmerzklinik, die im Anschluss auch für persönliche Gespräche zur Verfügung stehen. Mehr Informationen zum Programm gibt es auf https://www.caritasklinikum.de/events/patienten-interessierte/Aktionstag-gegen-den-Schmerz,3049415,3001526