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01.10.2019

„Ich würde alles nochmal genauso machen“

Anästhesie-Pfleger Hartmut Lorenz arbeitet seit 50 Jahren im CaritasKlinikum Saarbrücken – in der Zeit hat sich viel getan

„Heute kommt der Sauerstoff aus der Wand, früher haben wir die Flaschen noch selbst geschleppt“, erzählt Hartmut Lorenz und lacht. Der 67-Jährige ist seit 50 Jahren Anästhesie-Pfleger im CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia. „Ich war damals im zweiten Kurs, der im Oktober 1969 am klinikeigenen SchulZentrum die Ausbildung begonnen hat“, erinnert er sich zurück. Im Anschluss absolvierte er eine Weiterbildung in Anästhesie und Intensivmedizin und arbeitete sich später bis zum Stationsleiter hoch: „Ich habe mein ganzes Leben im OP gearbeitet. Ich kenne gar nichts anderes.“


Vieles hat sich in dieser Zeit verändert. „Der OP wurde immer größer, es kamen immer mehr Fachrichtungen dazu. Heute wird fast rund um die Uhr operiert – wir haben manchmal 50 Operationen pro Tag“, zählt Hartmut Lorenz auf. „Als ich hier angefangen habe, gab es viele Operations-Methoden noch gar nicht, wir hatten damals noch nicht mal ein EKG-Gerät. Heute operiert man immer ältere Patienten, man kann viel mehr machen, die Verfahren sind schonender und die Patienten können früher nach Hause.“ Und die Technik hat überall Einzug gehalten: „Wo wir damals die Patienten noch selbst anhand ihrer Vitalzeichen überwachen mussten, übernehmen das heute die Geräte.“


Der gebürtige Saarbrücker war 1969 einer von nur zwei Männern in seinem Ausbildungs-Kurs. Warum hat es ihn in die Pflege gezogen? „Meine Mutter war Krankenschwester und meine Tante auch – vielleicht ist es erblich bedingt“, schmunzelt er. „Aber es ist auch einfach ein schöner Beruf mit vielen Perspektiven.“ Man brauche vor allem Einfühlungsvermögen, sagt Hartmut Lorenz, denn viele Patienten haben Angst vor der Narkose und der Operation: „Sie sind ja in einer völlig ungewohnten Umgebung und wissen nicht, was auf sie zukommt. Dann sind sie froh, wenn man sich ein bisschen mit ihnen unterhält, sich Zeit nimmt und auf sie einstellt.“


Vor zwei Jahren ist Lorenz in Rente gegangen. Aber verabschiedet hat er sich noch nicht: Um seinen Nachfolger anzulernen, hat er seinen Vertrag im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung verlängert. „Nach 48 Jahren einfach von heute auf morgen aufzuhören – das konnte ich nicht“, sagt der vielseitig interessierte Mann bestimmt. Drei Tage im Monat ist Hartmut Lorenz jetzt da und genießt es, nicht mehr in die bürokratischen Abläufe eingespannt zu sein. „Der Schreibkram, die Dienstpläne und Bestellungen – das ist alles weggefallen. Jetzt kann ich wieder ausschließlich direkt mit den Patienten arbeiten.“ Überhaupt ist ihm der direkte, persönliche Kontakt sehr wichtig – sei es zu Patienten oder zu Kollegen. „Ich mache nichts telefonisch. Wenn ich von irgendwo etwas brauche, gehe ich hin und hole es mir.“ Von der Apotheke bis zur Werkstatt hat der Pfleger auf diese Weise das ganze Krankenhaus kennengelernt.


Sogar seine Frau traf Hartmut Lorenz im CaritasKlinikum: Sie war als Außendienstmitarbeiterin für medizinische Geräte regelmäßig dienstlich auf den verschiedenen Stationen. Seit neun Monaten ist Lorenz stolzer Opa und genießt es in vollen Zügen, Zeit mit seiner Tochter und seiner Enkelin zu verbringen. Zudem sammelt der 67-Jährige Foto-Apparate, baut Modelleisenbahnen und bepflanzt mit viel Liebe seinen Garten. „Langweilig wird es mir definitiv nicht.“


Wenn er auf die letzten 50 Jahre zurück blickt, fallen Hartmut Lorenz keine schlechten Erinnerungen ein. „Natürlich gab es mal Tage an denen nicht alles so lief, wie man sich das vorgestellt hat, aber es hat immer Spaß gemacht. Wir waren immer ein festes Team und haben viel zusammen erlebt.“ Gerne denkt er das gemeinsame Kochen während des Bereitschaftsdienstes zurück, als jeder seine Lieblings-Rezepte mitbrachte. Und an das die legendären Heringsessen mit dem Chefarzt in den 70er Jahren, bei denen über 250 Salzheringe zubereitet wurden. Oder an den ersten Wander-Ausflug zum 50. Geburtstag einer Kollegin – der inzwischen zu einer Tradition geworden ist, die sich jetzt schon zum 20. Mal jährt. „Ich möchte die Zeit von früher nicht missen. Ich würde alles nochmal genauso machen – es war die richtige Entscheidung.“ Sein aktueller Vertrag läuft noch bis zum 31. Januar 2020. Wie es danach weitergeht? „Mal schauen“, sagt Hartmut Lorenz.

 

Text und Foto: Nele Scharfenberg

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