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08.03.2019

Hin zum ganzen Menschen

CaritasKlinikum Saarbrücken St. Josef Dudweiler soll demenzfreundlicher werden

Das statistische Bundesamt geht davon aus, dass bis zum Jahr 2030 etwa drei Viertel aller Krankenhaus-Patienten über 65 Jahre alt sein werden. Zusätzlich leiden 40 Prozent der Menschen über 65 an einer kognitiven Beeinträchtigung. Um dieser demografischen Entwicklung gerecht zu werden, sind im CaritasKlinikum Saarbrücken am Standort St. Josef Dudweiler umfangreiche Maßnahmen geplant, um den Krankenhausaufenthalt besser auf die Bedarfe älterer und multimorbider Patienten einzustellen.

 

Dr. Karlheinz Schöll, Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Leiter der Inneren Medizin am Standort Dudweiler, betont jedoch, dass er keine Demenzstation einrichten, sondern ein integriertes Konzept umsetzen möchte. „Wir wollen uns dem Menschen ganzheitlich zuwenden. Ansonsten haben wir das Ergebnis, dass es dem Patienten beim Verlassen des Krankenhauses zwar organisch besser, aber dafür kognitiv schlechter geht.“ Seit Anfang des Jahres finden bereits Schulungen statt, um Ärzte und Pflegepersonal im Umgang mit älteren, möglicherweise an Demenz erkrankten Patienten, zu sensibilisieren.

 

Ein weiterer Schritt war nun eine Bestandsaufnahme der baulichen Gegebenheiten gemeinsam mit der renommierten Architektin und Gerontologin Dr. Birgit Dietz vom Bayerischen Institut für alters- und demenzsensible Architektur. „Krankenhäuser sind leider oft nicht ausreichend auf die besonderen Bedürfnisse einer älter werdenden Patientengruppe eingestellt – weder in ihrer Organisationsstruktur noch mit den Räumlichkeiten. Es sind viele kleine Störfaktoren, die einem vielleicht gar nicht bewusst sind und die sich oft auch mit wenig Aufwand verbessern lassen“, sagte sie und nannte einige Beispiele: „Das Alter geht mit verminderter Sehschärfe, verändertem Farb- und Kontrastsehen, Gesichtsfeldeinschränkungen und erhöhter Lärmempfindlichkeit einher. Darauf muss man sich einstellen. Warum also weiße Haltegriffe auf weißen Fliesen einbauen? Erst mit Kontrast werden sie tatsächlich gut erkannt und können dann auch genutzt werden.“

 

Positiv bewertete Dietz beim Rundgang in Dudweiler den hellen und freundlichen Eingangsbereich mit dem Empfangstresen als direkte Anlaufstelle. Die Durchsagen am Morgen unterstützen eine gute Orientierung in der Zeit und die Tagesstrukturierung. Die Orientierung im Haus könnte durch eine verbesserte Ausschilderung unterstützt werden. „Luft nach oben gibt es teilweise noch bei der Aufenthaltsqualität“, so Dietz. Hier wollen Dr. Schöll und sein Team ansetzen. Sitznischen und Gemeinschaftsräume mit Sitzgruppen, Bildern und Spielen, aber auch angepasste Farb- und Lichtkonzepte sind in Planung und sollen bis Mitte des Jahres umgesetzt werden. Die kaufmännische Direktorin Margret Reiter erklärt: „Die Maßnahmen wie Schulungen und bauliche Veränderungen kommen letztendlich allen Patienten zugute, da dadurch die vorhandenen Strukturen klarer und einfacher werden.“

 

Am CaritasKlinikum Saarbrücken sollen zudem künftig alle Patienten ab 75 Jahre auf Alterserkrankungen untersucht werden. Dabei spielen Hör- und Sehfähigkeit, aber auch bereits vorhandene Depressionen oder Ernährungsdefizite eine wichtige Rolle. „Der stationäre Ablauf und Aufenthalt muss klientel-orientierter werden“, fordert die stellvertretende Pflegedirektorin Iris Hess. „Wir müssen die dementiell erkrankten Patienten dort abholen, wo sie stehen. Dabei spielt die Zusammenarbeit mit den Angehörigen, aber auch mit den prä- und poststationären Einrichtungen eine wichtige Rolle. Als konfessionelles Unternehmen sehen wir eine besondere Verantwortung für hilfsbedürftige, alte und schwache Menschen.“

 

Die Prozessbegleitung und Beratung durch Dr. Birgit Dietz und das ISO Institut Saarbrücken werden vom saarländischen Gesundheitsministerium im Rahmen eines Modellprojekts zur demenzfreundlichen Umgestaltung von Kliniken gefördert. „Wir hoffen, dass wir auf diese Weise eine Vorreiterrolle für das Saarland einnehmen können“, betont Dr. Karlheinz Schöll.

 

Text und Foto: Nele Scharfenberg

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