Für Ernst Fischer aus Merchweiler ist Hören heute wieder ein selbstverständlicher Teil seines Alltags – etwas, das er lange Zeit verloren glaubte. Am CaritasKlinikum Saarbrücken erhielt der 77-Jährige im vergangenen Jahr ein Cochlea-Implantat, das ihm ein Stück Lebensqualität zurückgegeben hat.
Über 30 Jahre lang hörte Fischer auf dem rechten Ohr kaum noch etwas. „Man gewöhnt sich daran“, sagt er rückblickend. Doch als sich auch das linke Ohr zunehmend verschlechterte, wurde die Einschränkung spürbarer. Vor zwölf Jahren entschied er sich für ein Hörgerät – zunächst mit Erfolg.
Doch dann kam der Pfingstsamstag 2024 – ein Tag, den er noch ganz genau in Erinnerung hat: „Es war kurz nach der Bundesliga, plötzlich wurde mir übel und innerhalb weniger Minuten war mein komplettes Hörvermögen weg.“ Der Notarzt vermutete zunächst einen Hörsturz, doch weder Medikamente noch neurologische Untersuchungen brachten eine Besserung. „Monatelang passierte gar nichts – das war furchtbar.“
Im Herbst erfuhr Fischer erstmals vom Cochlea-Implantat-Programm am CaritasKlinikum Saarbrücken. „Ich hatte mich vorher nie damit beschäftigt. Aber mir war sofort klar: So möchte ich nicht weiterleben.“ Die Entscheidung fiel schnell. Bereits im November 2024 wurde er von der Leitenden Oberärztin, Dr. med. Jeannette Lehmann, operiert. „Ich habe mich jederzeit bestens aufgehoben gefühlt und konnte schon am nächsten Tag wieder nach Hause.“
Das Implantat wurde im rechten, vollständig ertaubten Ohr eingesetzt. Nach sechs Wochen erfolgte die sogenannte „Erstanpassung“, gefolgt von intensivem Hör- und Sprechtraining. Im Januar stand die Nacheinstellung an – mit großem Erfolg: „Inzwischen komme ich wieder super zurecht. Es ist wirklich ein Wunderwerk des Gehirns.“
„Das Cochlea Implantat ist das erste Implantat, das ein menschliches Sinnesorgan komplett ersetzen kann“, erklärt Dr. med. Jeannette Lehmann. „Mit dem Cochlea Implantat können wir Patientinnen und Patienten mit einer hochgradigen Schwerhörigkeit oder Taubheit auf einem oder sogar beiden Ohren helfen.“ Im Februar wurde die HNO-Klinik des CaritasKlinikum Saarbrücken als erstes Krankenhaus im Saarland offiziell als „CI-versorgende Einrichtung (CIVE)“ zertifiziert. Mit der Zertifizierung stärkt die Klinik ihre Rolle als spezialisiertes Zentrum für moderne Hörmedizin und bietet Patientinnen und Patienten im Saarland eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe Versorgung.
Bei der Methode wird eine Elektrode direkt in die funktionslose Hörschnecke (Cochlea) eingeführt und stimuliert so direkt den Hörnerv. Das Cochlea-Implantat ersetzt somit die sonst natürlich im Innenohr stattfindende Umwandlung von Schall in elektrische Impulse zur Erregung der Hörnerven. Das Gehirn kann dies als Höreindruck wahrnehmen.
Für Ernst Fischer hat sich dieser Weg gelohnt. Er genießt wieder gemeinsame Restaurantbesuche, Zeit mit Familie und Freunden sowie Aktivitäten mit seiner Enkelin. „Ich fühlte mich früher oft ausgeschlossen, weil ich schlecht höre. Das ist jetzt vorbei.“ Auch sportlich bleibt er aktiv – ob im Fitnessstudio oder beim Joggen im Wald.
In größeren Räumen oder bei starkem Hintergrundlärm gibt es noch Herausforderungen, etwa bei der räumlichen Orientierung. „Dann suche ich mir bewusst einen Platz, am liebsten mit dem Rücken zur Wand.“
Für Ernst Fischer bedeutet das Implantat vor allem eines: ein Stück Selbstständigkeit – und die Rückkehr in eine hörbare Welt. Seine Botschaft ist klar: „Ich kann nur jedem raten, ein Cochlea-Implantat in Betracht zu ziehen.“ Besonders hebt er die Betreuung im CaritasKlinikum und mit den Kooperationspartnern der Sprachmanufaktur und dem Hörakustikmeister Tom Fröhlich hervor: „Die familiäre Atmosphäre und die persönliche Beratung haben mir sehr geholfen.“
Mehr Informationen zum CI-Programm gibt es hier: https://www.caritasklinikum.de/kliniken-zentren/fachabteilungen-st.-theresia/halsnasenohrenheilkunde/ci-zentrum
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