Wolfgang Hewig hat zum 1. Mai die Position als Chefarzt der Klinik für Psychosomatik des CaritasKlinikums Saarbrücken angetreten. Er folgte damit auf Dr. Jochen Maus, der die Abteilung über 20 Jahre als Chefarzt geleitet hat. Der Chefarztwechsel wurde jetzt bei einer Festveranstaltung auch offiziell vollzogen.
Wolfgang Hewig wuchs in Niedersachen an der holländischen Grenze auf. 1989 kam er zum Medizinstudium ins Saarland. „Eigentlich wollte ich Allgemeinmediziner werden, habe im Studium dann aber viel Zeit in der Inneren und der Chirurgie verbracht und in der Chirurgischen Ambulanz erste Kontakte mit psychosomatischen Patienten gehabt. Danach hat es mich nicht mehr losgelassen und ich habe gemerkt: das ist meine Fachrichtung.“
Am 1. Januar 2009 trat Wolfgang Hewig seine Stelle im CaritasKlinikum Saarbrücken an. Gemeinsam mit Dr. Jochen Maus, der über 20 Jahre die Abteilung als Chefarzt leitete, erlebte er alle Veränderungen mit, von anfangs 10 auf heute 62 Betten, von 10 auf 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Einer meiner Schwerpunkte war gemeinsam mit Dr. Maus der Aufbau und Ausbau der Psychosomatischen Tagesklinik auf mittlerweile 24 Betten“, blickt Hewig zurück. Die Klinik für Psychosomatik ist heute eine der größten psychosomatischen Abteilungen an einem Allgemeinkrankenhaus in Deutschland.
Was die Arbeit der Klinik ausmacht – da sind sich der scheidende und der neue Chefarzt einig – ist die Teamarbeit. „Bei uns steht die Menschlichkeit im Fokus, wir stellen die Patientinnen und Patienten mit ihren individuellen Kranken- und Leidensgeschichten ins Zentrum der Behandlung gewährleisten wir eine ganzheitliche und maßgeschneiderte Behandlung“, betont Wolfgang Hewig. „Das Team hört seinen Patienten zu, fühlt mit und hat das Herz am rechten Fleck. Jeder bringt sich selbst und seine Individualität in die Behandlung der Patienten mit ein. Das ist unser Erfolgsgeheimnis.“
Hewig selbst bringt neben seiner fachlichen Expertise auch seine zweite Leidenschaft mit ein: das Geigenspiel. „Ich gebe regelmäßig kleine Konzerte für unsere Patientinnen und Patienten und manche berichten davon, dass sie dadurch Emotionen durchleben, zu denen sie schon lange keinen Zugang mehr hatten.“
Die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre will Wolfgang Hewig fortführen. Aber er möchte auch neue Akzente setzen. Ein Beispiel ist die Biofeedback-Therapie. „Die Patienten können körperliche Werte wie Herzrate, Blutdruck, Atemfrequenz oder Muskelspannung in Echtzeit sehen und dadurch lernen, die Zusammenhänge zwischen Psyche und Körper zu verstehen und aktiv zu beeinflussen.“ Mit Virtual Reality erhofft er sich eine verbesserte Arbeit in der Expositions-Therapie: „Patienten werden mit ihren Ängsten konfrontiert, aber kontrolliert und sicher in einer geschützten und exakt dosierten Umgebung.“ Hewigs Ziel ist eine „Sanfte Modernisierung mit Augenmaß.“
Dr. Jochen Maus blickte mit Dankbarkeit, Stolz und Wehmut auf seine zeit als Chefarzt zurück. „Ich wurde mit einem erfüllten beruflichen Leben beschenkt. Die Mitarbeiter waren rund um die Uhr ein Fels und ein Standbein. Und auch wenn wir im Gegensatz von Chirurgen vielleicht nicht direkt Leben retten können, so können wir doch versuchen, Lebenswege zu retten.“
Alexander Funk, Geschäftsführer der cts, würdigte das Schaffen von Dr. Jochen Maus: „Mit Ihrer Haltung, Ihrem Engagement und Ihrem Streben, die Versorgung psychisch kranker Menschen im Saarland zu verbessern, haben Sie etwas Nachhaltiges geschaffen. Die beeindruckende Entwicklung der Klinik ist das Ergebnis von Beharrlichkeit und Weitblick. Dabei stand die Menschlichkeit immer im Mittelpunkt. Ihr Nachfolger Wolfgang Hewig hat viel zu der Erfolgsgeschichte beigetragen und ich bin sicher, dass er diese Geschichte fortschreiben wird. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und Gottes Segen.“
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