Kliniken & Zentren
Patienten & Besucher
Jobs & Karriere
Ärzte & Zuweiser
17.04.2014

Mehr Sicherheit für mehr Patienten - neue Intensivstation am CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia

Nicht einfach nur größer, heller und freundlicher, vielmehr ergibt sich aus dem innovativen elektronischen Überwachungssystem PDMS und den Deckenliftern, zum mobilisieren der Patienten, ein völlig neues und einzigartiges Gesamtkonzept. Die Intensivmedizin des CaritasKlinikums wird führend in der Versorgung kritisch kranker Patienten.

Nicht einfach nur größer, heller und freundlicher, vielmehr ergibt sich aus dem innovativen elektronischen Überwachungssystem PDMS und den Deckenliftern, zum mobilisieren der Patienten, ein völlig neues und einzigartiges Gesamtkonzept. Die Intensivmedizin des CaritasKlinikums wird führend in der Versorgung kritisch kranker Patienten.

 

Mit einer Feierstunde wurde die Intensivstation am 3. April eröffnet. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie hat die Gesamtmaßnahme von Um- und Neubau des Operationsbereichs mit 13 Millionen Euro gefördert.

 

Das Ziel, Eröffnung einer hochmodernen Intensivstation, ist erreicht. Das machte der cts-Aufsichtsratsvorsitzende Tobias Hans (MdL) bei der Einweihungsfeier deutlich. Hans verwies auf die Förderung durch das Land: „das ist keine Selbstverständlichkeit – aber die Klinik ist in der Lage, die Mittel sinnvoll zu verbauen.“ Dass davon auch die Landesregierung überzeugt ist, betonte Gesundheitsminister Andreas Storm. Storm wörtlich: “die Eröffnung ist ein Beweis für das Engagement und die fachliche Kompetenz, aber auch für das Vertrauen in die Zukunft des CaritasKlinikums.“ Und weiter: „Wir geben nur das Startsignal – die Umsetzung und die Konzeption sind vom Feinsten.“ Gerade nach großen Operationen, bei schweren Verletzungen oder gravierenden Infektionen sei die Intensivmedizin besonders gefordert, um das Überleben von Patienten zu sichern, betonte Minister Storm.

 

Schon in der Vergangenheit haben Professor Dr. Andreas Sielenkämper und sein Team pro Jahr rund 1400 Patienten intensivmedizinisch versorgt. Die ständig steigende Nachfrage ist ein Beleg für viel Erfahrung und ebenso viel Anerkennung. “Wir haben ein ganz neues Gesamtkonzept – und unser System ist einzigartig“, sagt Professor Sielenkämper, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Die neue Intensivstation schaffe mehr Sicherheit für die Patienten und mache eine größere Kapazität möglich, so der Chefarzt.

 

In seinem Fachvortrag erläuterte Professor Sielenkämper die Entwicklung der Intensivmedizin – und was sie leistet. Es ist eine relativ junge medizinische Disziplin. Peter Lawin war in Deutschland der Pionier, der 1963 eine operative interdisziplinäre Intensivstation am Krankenhaus in Hamburg/Altona aufbaute. Weltweit setzte sich die Erkenntnis durch, dass durch Intensivmedizin die Überlebenschance betroffener Patienten signifikant höher ist. Heute ist die Intensivmedizin klar definiert, sie verbindet Ärzte, Pflegepersonal und alle im medizinischen Bereich Tätigen in einer koordinierten, gemeinsamen Behandlung von Patienten mit lebensbedrohlichen Einzel- oder Multiorganversagen, einschließlich der Patienten, die nach schweren chirurgischen Eingriffen noch stabilisiert werden müssen. Intensivmedizin ist eine kontinuierliche Behandlung – also über 24 Stunden und beinhaltet das Monitoring, die Diagnostik und die Unterstützung bei Versagen der Vitalfunktionen sowie die Behandlung der vorliegenden Grunderkrankungen.

 

Für Professor Sielenkämper ist deshalb die Ausbildung zum Intensivmediziner besonders wichtig, denn der Bedarf an Intensivkapazität steigt durch Faktoren wie die demographische Entwicklung, die Zunahme großer Operationen - allein schon durch den medizinischen Fortschritt. Sielenkämper sieht für die Zukunft die Bildung intensivmedizinischer Zentren, mit entsprechender Struktur und natürlich Zertifizierung.

 

Nicht nur Ärzte sollen speziell ausgebildet sein auch die Pflegekräfte sind Spezialisten. Notwendig dafür ist eine zweijährige Zusatzausbildung zur Intensivfachkraft. Das erklärte Roman Geibel, Zentrumsleiter der Intensivstation in seinem Fachvortrag zur Intensivpflege.

 

Es begann mit Florence Nightingale, die schon während des Krimkriegs, 1853 bis 1857, spezielle Überwachungsräume für frisch operierte Patienten vorschlug. 1929 wurde die erste „Eiserne Lunge“ konstruiert und im Jahr 1930 legten in Deutschland die Chirurgen Sauerbruch und Kirschner den Grundstein für Intensiveinheiten, den sogenannten Wachstationen. Anfang der 60er Jahre begann die „Intensivpflege“, gepaart mit Technisierung auf den Wachstationen. Wer heute Patienten auf einer Intensivstation betreuen möchte, muss sich vielen Herausforderungen stellen. Kontinuierliche Fortbildung und ein hohes technisches Verständnis gehören genauso dazu wie Empathie und Menschlichkeit. Roman Geibel bringt es auf den Punkt: „Bei all der modernen Technik, die in den letzten Jahren Einzug auf den Intensivstationen genommen hat, ist jedoch eins geblieben, die Kontaktstelle zwischen Patient und Pflegekraft: Die Hände!“

 

Die Segnung der Kreuze für die Patientenzimmer durch Pastoralreferent Hermann-Josef Mayers gehörte ebenso zum Ritual wie das Schlusswort des Klinikdirektors Edgar Mertes, der sich nochmals für die Hilfe des Ministeriums bedankte und anschließend die Gäste zur Besichtigung der Intensivstation einlud.

 

Und so sieht sie aus: Die neue Intensivstation umfasst auf über 1300 Quadratmetern 14 Betten, mit 10 Beatmungsplätzen zwei weitere Betten in einem Isolierzimmer, alle Zimmer mit großen Fenstern – also mit Tageslicht. 48 speziell ausgebildete Pflegekräfte kümmern sich um die Patienten, jeweils eine Pflegekraft betreut höchstens zwei Patienten. Den Ärzten stehen 5 PC-Plätze in einem separaten Zimmer zur Verfügung, neu sind auch ein Besprechungsraum für Angehörige der Patienten sowie ein Verabschiedungsraum.

 

Das neue elektronische Überwachungssystem, PDMS, ist ein Meilenstein zur Patientensicherheit. Es ermöglicht jedem Arzt und jedem Pflegenden der Intensivstation sofortigen Einblick in den Gesamtzustand eines Patienten, einschließlich Medikation und Vitalfunktionen. Auch vom Nebeneffekt der Zeitersparnis profitieren die Patienten wiederum, diese Zeit widmet das Pflegepersonal den einzelnen Patienten.

 

Durch langes Liegen und schwere Krankheit müssen Intensivpatienten meist „mobilisiert“ werden, sie müssen Bewegungen üben und wieder gehen lernen. Jedes Zimmer der neuen Intensivstation ist deshalb mit einem Deckenliftsystem ausgestattet. Eine Pflegekraft alleine kann mit diesem System einen bis zu 270 Kilo schweren Patienten völlig sicher durch das ganze Zimmer „bewegen“.