Kliniken & Zentren
Patienten & Besucher
Jobs & Karriere
Ärzte & Zuweiser
22.04.2015

Schilddrüsen Gesundheitswoche vom 20. bis 24. April 2015

Jeder dritte Deutsche hat eine Schilddrüsenerkrankung, oft ohne es zu wissen. Früherkennung ist deshalb besonders wichtig, denn eine rechtzeitige Diagnose bedeutet meist eine erfolgreiche Therapie.

Jeder dritte Deutsche hat eine Schilddrüsenerkrankung, oft ohne es zu wissen. Früherkennung ist deshalb besonders wichtig, denn eine rechtzeitige Diagnose bedeutet meist eine erfolgreiche Therapie.

 

Die bundesweite Kampagne will über das wichtige Organ Schilddrüse aufklären und zu Diagnose wie Therapieoptionen informieren.


„Zu spät erkannt, kann es zu erheblichen Problemen kommen. Oft sind schon Kinder betroffen“, warnt Dr. Heinz-Joachim Langer. Er ist Chefarzt der Inneren Medizin am CaritasKlinikum Saarbrücken St. Josef Dudweiler. Dr. Langer leitet die endokrinologische Diagnostik und Therapie des Schilddrüsenzentrums Saar.


Seine Kompetenz in Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen hat das Zentrum zur überregionalen Anlaufstelle für Patienten gemacht. „Wird bei Babys eine angeborene Schilddrüsenerkrankung nicht bemerkt, hat dies meist schwere und irreversible Schäden zur Folge. Unbehandelt führt die Erkrankung zu einer schweren Entwicklungsstörung – mit Beeinträchtigung der Intelligenz, “ erklärt Dr. Langer. Schon während der Schwangerschaft kann ein Mangel an Schilddrüsenhormonen bei der Mutter zu einem niedrigeren Intelligenzquotienten des Kindes führen, betont der Experte.


Die Schilddrüse ist klein, sie wiegt gerade mal 20 Gramm und wird in ihrer Wirkung häufig unterschätzt. Als Steuerzentrale ist sie eins der wichtigsten Organe im Körper, ihre Hormone regeln den Stoffwechsel. Sie sind besonders am Eiweißaufbau und am Wachstum von Knochen und Muskelgewebe beteiligt. Außerdem regulieren sie die Funktion von Nerven, Herz, Kreislauf und Muskeln. Ist der Hormonhaushalt gestört, kommt der ganze Organismus durcheinander.


Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann sich beispielsweise in Nervosität, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen oder starkem Schwitzen äußern. Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) dagegen zeigt meist Symptome wie Kälteempfindlichkeit, Antriebslosigkeit oder depressive Verstimmungen.


Jeder vierte Erwachsene in Deutschland hat knotige Veränderungen in der Schilddrüse. Man unterscheidet so genannte „heiße“ oder „kalte“ Knoten. Heiße Knoten sind überaktiv, produzieren unkontrolliert Hormone und führen so zu einer Überfunktion der Schilddrüse. Kalte Knoten sind in ihrer Funktion stark eingeschränkt bis inaktiv und können in seltenen Fällen bösartig sein.
Auch Schilddrüsenentzündungen müssen dringend therapiert werden. Die bekanntesten, Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow, gehen auf eine fehlgeleitete Abwehrreaktion des körpereigenen Immunsystems zurück.


Patienten mit erblichem Schilddrüsenkarzinom müssen ein Leben lang überwacht werden, Kinder und Angehörige, den entsprechenden Vorsorgeuntersuchung für eine rechtzeitige Diagnose zugeführt werden.


Zusammenfassend lassen sich Schilddrüsenerkrankungen heute in aller Regel erfolgreich behandeln. Die Therapie richtet sich im Einzelfall immer nach den ursächlichen Erkrankungen.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Dr. Heinz Joachim Langer
Telefon: 06897 799-1201