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06.11.2014

Neue, alternative Methode zur Behandlung von Analfisteln

Die Proktologie am CaritasKlinikum Saarbrücken St. Josef Dudweiler, bietet eine neue, alternative Methode zur Behandlung von Analfisteln an.

Der Analbereich ist immer noch Tabu-Thema. Beschwerden und Schmerzen werden erst mal ignoriert und torgeschwiegen. Erst wenn der Leidensdruck zu groß ist, suchen Betroffene ärztliche Hilfe. Allein die Analfistel plagt in Deutschland jährlich 15 000 neue Patienten. Fisteln entwickeln sich meist aus einem Abszess, bleiben sie unbehandelt ist das nicht nur schmerzhaft, es droht die Zerstörung des Schließmuskels. 


„Die neue Alternative zur herkömmlichen Methode des Fistelverschusses ist schmerzlos, heilt schneller und es verbleibt kein Fremdgewebe im Körper“ erklärt Bärbel Hornberger. Sie leitet die Proktologie am CaritasKlinikum Saarbrücken St. Josef Dudweiler. Das Behandlungsspektrum, Ausstattung und Fortbildungsintensität aller Ärzte haben die Fachklinik zum Kompetenzzentrum gemacht, das seinesgleichen im Land sucht. „Wir kümmern uns um mehr als 1500 stationäre und rund 1000 ambulante Patientinnen und Patienten jedes Jahr“, so Hornberger – und diese große Anzahl von Patienten bedeutet natürlich auch große Erfahrung. 

 

Die alternative OP-Methode zum plastischen Verschluss oder zur Einlage eines Plugs oder zur komplette Exzision eventuell mit Teilen des Schließmuskels nutzt die Eigenschaft von Kollagen als Gewebefüller. „In einer ersten Operation wird wie bisher der Fistelgang mit einem Loop durchzogen. Einige Wochen später wird der Loop entfernt, der sogenannte Fistelgang mit einer speziellen Technik ausgebürstet, die innere Fistelöffnung wird verschlossen,“ beschreibt Hornberger das Procedere, „dann spritzen wir die Kollagenpaste über die äußere Öffnung ein. Sie dient als Stützgerüst für nachwachsendes Gewebe. Die äußere Öffnung wird so verkleinert, dass noch ein Sekretabfluß möglich ist.“ Bärbel Hornberger ist über die Landesgrenzen hinaus die einzige Proktologin, die dieses Verfahren anwendet. Nach zwei bis höchstens drei Wochen sei der Heilungsverlauf abgeschlossen – und das ohne Schmerzen und ohne verbleibendes Fremdgewebe. Die Kollagenpaste diene lediglich als Stützgerüst und löse sich komplett auf, so die Expertin. „Mit dieser Alternativmethode der Fistelbehandlung besteht auch keine Gefährdung der Schließmuskulatur“, verweist sie auf sonst übliche Risiken. 

 

Das gesamte Behandlungsspektrum der Proktogie ist breit gefächert. Es richtet sich an Menschen mit HIV/AIDS und proktologischen Problemen, Menschen mit neurologischen Grunderkrankungen, die Störungen der Darmfunktion mit sich bringen wie zum Beispiel bei Multipler Sklerose und Morbus Parkinson oder bei Querschnittslähmung. 


Diagnostik und Therapie für den gesamten Analbereich mit Abszessen, Fisteln, Ekzemen und Fissuren, die Analvenenthrombose, Hämorrhoiden bis zum Analkarzinom gehören zum Tagesablauf in Dudweiler wie auch die Erkennung und Behandlung von Dick- und Dünndarmerkrankungen bis zu bösartigen Tumoren. Versiert behandeln Hornberger und ihr Team chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, Polypen und Adenome, Divertikulose und Divertikulitis, Darmblutungen und Tumore von Dick- und Mastdarm. 

 

Die meisten der analen Krankheiten sind sehr schmerzhaft. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit der speziellen Schmerzklinik im Haus ein großes Plus für geplagte Patienten. 


Abgerundet wird das Angebot der Proktologie durch das fächerübergreifende Zusammenspiel mit der Klinik für Frauenheilkunde und der Klinik für Plastische Chirurgie sowie weiteren Fachabteilungen. Sie alle bündeln ihre Kompetenzen im Beckenbodenzentrum SaarLorLux.